Hast Du Probleme mit deinem Pferd?

Pferde sind halt keine Menschen, deshalb sollte man Pferde auch anderes begegnen. 

Als Mensch neigt man oft dazu, zu denken, das Tiere die selben Bedürfnisse haben wie wir Menschen. Wir handeln einfach und denken nicht darüber nach, welche wahren Bedürfnisse ein Pferd hat und was ein Pferd fühlt.

 

Ich bin sehr froh, dass es mittlerweile schon einige Menschen in der Vergangenheit gab, die versucht haben, Pferde richtig zu verstehen.

Durch stundenlange Beobachtungen ist es einigen wenigen gelungen, die feine Kommunikation zwischen den Herdenmitgliedern zu analysieren.

Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie Pferde untereinander und miteinander sprechen.

Durch Mimik, Gestik und Körpersprache wird ganz genau die Rangordnung der Herde festgelegt. Pferde spielen untereinander gerne und dadurch testen sie auch aus, inwieweit der eine schwächer ist als der andere.

Durch die Pferdekörperhaltung untereinander gibt es erste Signale, ob ein Pferd dominanter ist als sein Gegenüber.

 

Und da muss der Mensch umdenken. Wir müssen uns auf das Pferd einstellen, wir müssen uns als erstes selbst einmal beobachten, wie wir zum Pferd stehen, welche Haltung wir einnehmen und welche Signale wir auf unser Pferd ausüben.

 

Da kann man schon die ersten Probleme herausfinden und analysieren.

 

„Dein Gegenüber ist ein Spiegel von Dir“  auch dein Pferd.

 

Der erste Schritt sollte sein, sich selbst bewusst zu machen, mit welcher Körperhaltung komme ich zum Pferd, was strahle ich aus, wie ist meine Mimik, z.B. lächle ich, schaue ich grimmig, bin ich gestresst und genervt, habe ich Zeitdruck oder bin ich sogar ängstlich, zittern meine Hände weil ich beim letzten Mal überfordert war?

 

All das sind kleine Signale die ich auf meinen Vierbeiner ausstrahle und auf das es reagieren wird. Positiv wie negativ.

 

Nachdem du dich einmal intensiv beobachtest hast, wie du deinem Pferd begegnet, versuche dich in dein Pferd zu versetzten.

 

Ich mache mal ein extremes Beispiel: 

Du bist gestresst, weil du von der Arbeit kommst und eh schon spät dran bist, deine Kinder haben Hunger und du musst noch schnell etwas zum Essen zubereiten. Die Zeit läuft dir davon. Du möchtest unbedingt heute noch zum Pferd, ein bisschen abschalten, erholen und zwei Stunden in der Abendsonne reiten und  mit deinem Pferd eine schöne Zeit verbringen.

Nachdem du alles erledigt hast, kommst Du beim Pferd an und wünschst dir auf Kopfdruck Erholung.

Das Problem ist, du bist vom Tag noch gestresst, du stehst unter Spannung und bist Hektik, weil du ja unbedingt noch reiten möchtest.

 

Du gehst zum Pferd und freust dich sehr. Die Zeit rennt aber. Jetzt aber noch schnell das Pferd putzen, satteln, und dann ab auf dem Reitplatz um entspannt zu reiten.

Du sitzt auf dem Pferd und merkst, dass du in der Eile dein Sattel nicht richtig aufgelegt hast, der Sattel sitzt etwas schief. Du denkst Dir, oh nein, wieder absteigen, neu satteln und aufsteigen.

Okay, gemacht getan, der Sattel sitzt endlich und du reitest los und denkst dir: Endlich habe ich Spass und mache ein wenig Sport.

Du reitest deine Lektionen ab, im Schritt, im Trab oder auch im Galopp und anstatt das dein Pferd entspannt mitmacht, ist es schreckhalft und sogar nervös. Du denkst dir, das kann doch jetzt nicht wahr sein, und ärgerst dich sogar darüber, dass dein Pferd auch mal wieder so rumspinnt!

 

Du bist frustiert und übst Druck auf das Pferd aus. Du denkst dir, warum kann es nicht gelassen sein und gehorsam mitmachen. Stattdessen widersetzt dein Pferd sich  deinen Hilfen und weigert sich weiter mitzumachen.

Nach 20 Minuten Kampf hast du die Nase voll und bringst es zurück in den Stall.

Du fährst nach Hause und denkst dir, wieso habe ich Probleme mit meinem Pferd?? Ich verstehe nicht warum mein Pferd so bockig war? Ich wollte doch nur ein bisschen Spass und eine schöne Zeit verbringen...

 

Okay, so oder so ähnlich habe ich es schon oft beobachtet.  Erkennst du dich auch eventuell wieder?

Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen Varianten.

Was war denn jetzt das Problem? 

Wenn man ehrlich ist, warst das nur „Du“ das Problem!

Denk mal darüber nach und versetzte dich in die Lage deines Pferdes. Wie fühlt es sich an, wenn eine Person zu Dir kommt die gestresst, unter Zeitdruck und voller Erwartungshaltung bei dir als Pferd auftaucht und schnell schnell das Reitprogramm durchziehen will...

Das Pferd war vorher in entspannter Atmosphäre, hat vielleicht mit seinen Kumpels gespielt oder gefressen oder gedöst, auf jeden Fall war es ruhig.

 

Pferde sind sehr sensible Lebewesen und reagieren auf deine Ausstrahlung, sie spüren deine Anspannung.

Pferde sind Fluchttiere und werden schnell Panik, wenn du so angespannt bist, wittern sie Gefahr und die Anspannung überträgt sich.

Sie fühlen sich unwohl und somit fangen die ersten Probleme an. Sie werden durch dich beeinflusst, auch unbewusst.

Wenn du ein sensibles Pferd hast umso schneller wird sich die Anspannung auf das Pferd übertragen.

 

Noch einmal : Dein Pferd spiegelt dich!

 

Okay, welchen Rat kann ich dir geben:

Ein kleiner erster Schritt ist: Beobachte dich mal selbst. Wie bist du heute eingestellt, z.B. bist Du entspannt oder bist Du eher angespannt,  dann schaue auf dein Pferd, wie ist es heute eingestellt. Auch Pferde haben mal schlechte Laune.

 

Dann entspanne dich und lächle. Fahre nur zu deinem Pferd und verbringe entspannte Zeit mit ihm. Sehe ihm als Partner/in und nicht als Reitobjekt das immer funktionieren muss.. Reite nur, wenn Du genug Zeit hast und selbst gut gelaunt und entspannt bist, alles andere bringt dich und deinem Pferd nicht weiter.

 

Dein Pferd wird es mögen Zeit mit Dir zu verbringen, wenn Du auf es eingehst und es als deinen Partner behandelst.

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Kommentare: 1
  • #1

    Sabine (Donnerstag, 22 August 2019 22:19)

    Wow, ich bin begeistert von deiner Ansicht in Bezug auf Pferde, vielen Dank. Es müssten mehr Menschen wie dich geben. :)
    LG

 

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